ANBAUGEBIETE

Für das Aroma und die Güte des Tees ist nicht die Pflanze, sondern das Anbaugebiet, d. h. Klima, Bodenbeschaffenheit, Lage und die Verarbeitung maßgebend. Ein besonders aromatischer Tee kommt aus Darjeeling, einem Distrikt in Nord-Indien, an den Südhängen des Himalajagebirges. Infolge der Höhenlage (2.000 bis 3.000m) hat dieser Tee ein besonders ausgeprägtes Aroma: beim first flush zart und duftig, beim second flush würzig und kräftig.

 

Das größte zusammenhängende Teegebiet der Welt ist die nordindische Provinz Assam, zu beiden Seiten des Brahmaputra. Der Assamtee ist schwer, kräftig und würzig im Geschmack, dunkel in der Farbe und hat einen typischen, aber angenehmen "Nachgeschmack", der noch lange auf der Zunge bleibt. Er ist in vielen Mischungen enthalten; eine der bekanntesten bei uns ist die ostfriesische Mischung, deren Basis Assamtee ist.

 

Nilgiri ist das südindische Teeanbaugebiet. Dieser Tee wird fast ausschließlich in Mischungen verwandt. Tee aus dem Hochland von Nilgiri in Höhen von ca. 2.000 m gewachsen, zeigen - insbesondere im Frühjahr - ein besonders ausgeprägtes Aroma, das dem des Ceylon Hochland-Tees ähnlich ist. 

 

Der Ceylontee hat ein spezielles Aroma und einen sympathischen, herben Geschmack. Farblich liegt er zwischen dem Darjeeling- und dem Assamtee. Er "steht golden in der Tasse", wie es in der Fachsprache heißt.

 

Die hochwertigsten und aromatischsten Ceylontees werden im Juli/August im UVA Distrikt im Osten der 

Insel geerntet, im Frühjahr im westlichen Dimbula sowie im Nuwara Eliya Distrikt. Diese Hochland-Tees 

wachsen in Höhenlagen von 1.500 bis 2.200 m. Sie sind äußerlich an dem leicht rötlichem Schimmer des Blattes erkennbar. Ferner gibt es mittlere Ceylontees, ebenfalls von angenehm herben Geschmack und sorgfältiger Verarbeitung, sowie die "niedrig" gewachsenen (low grown) Ceylons mit schwarzem Blatt und dunklem Abguß, jedoch nicht so ausgeprägtem Ceylon-Aroma.

 

China- und Formosa-Tees

Die Freude am Teegenuß findet ihren Ursprung in der 4000 Jahre alten Teekultur der Chinesen. Die unterschiedliche  Bodenbeschaffenheit in diesem Riesenreich und spezielle Methode der Herstellung in den verschiedenen Landesteilen bieten eine außergewöhnliche Vielfalt blumiger Teesorten. 

Neben den kräftigeren Tees aus Indien, Assam und Ceylon lieben viele Teekenner heute wieder die interessanten, milden China-Tees mit ihrem weichen Aroma und dem geringen Gerbsäuregehalt. Ausnahmen machen die grünen unfermentierten Tees, von denen einige herb, aber blumig schmecken und infolge ihres hohen Gehaltes an Teein Muntermacher sind. 

 

Die halbfermentierten oder halbgrünen zahlreichen Oolong-Tees haben alle ein unterschiedliches, natürliches Flavour. China, als ältestes und größtes Tee-Anbauland liefert auch die größte Geschmackspalette aromatischer Tees. Nach uraltem Brauch wird das Aroma des China Black Teas häufig durch Zusatz von Blüten, Früchten oder exotischen Ölen ergänzt oder verändert.